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| Der Kommunismus – eine antinationale Weltanschauung? |
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Der nachstehende Gastbeitrag für die Netzseite der NVP hat es sich zur Aufgabe gemacht, einmal der Frage nachzugehen, ob der Kommunismus / Sozialismus an sich eine antinationale Weltanschauung ist und ob es vielleicht Berührungspunkte gibt. Der Verfasser dieser Zeilen verortet sich selbst als bekennenden Linksnationalisten und ist daher durchaus der Ansicht, dass es zwischen Kommunismus und Nationalismus eine gewisse Schnittmenge gibt. Zwar ist die kommunistische Geschichtstheorie („Historischer Materialismus“) rundweg abzulehnen, und ebenso gebührt dem nationalstaatlichen Prinzip selbstredend der Vorrang vor internationalistischen Schwärmereien der postmaterialistischen Gegenwartslinken. Es sei hier allerdings darauf hingewiesen, dass beispielsweise in Deutschland seit einigen Jahren innerhalb der Linken auch „die nationale Frage“ wieder diskutiert wird. Andererseits liefern die marxistische Kapitalismusanalyse und – kritik wertvolle Ansatzpunkte, an denen selbst die bürgerliche Volkswirtschaftslehre nicht vorbeikommt – und an denen ein moderner sozialrevolutionärer Nationalismus schon gar nicht vorbeigehen sollte. Die kommunistische Kapitalismusanalyse Zunächst einmal wollen wir einen Blick auf die angesprochene Kapitalismusanalyse werfen. Hierbei gedenkt der Verfasser nicht, die Leserschaft mit „Bibelzitaten“ aus den „Marx-Engels-Werken“ zu langweilen, sondern stützt sich auf gängige politikwissenschaftliche Standards. Der Kapitalismus zeichnet sich durch folgende Kennzeichen aus: Unterwerfung aller wirtschaftlichen und faktisch auch schon sozialen Beziehungen (Bildungswesen, Gesundheit, Grundversorgung der Bevölkerung) unter die Gesetze des Marktes, Privateigentum an den Produktionsmitteln und Profitorientierung als Hauptziel der Wirtschaft. In diesem System ist Otto Normalverbraucher darauf angewiesen, seine Arbeitskraft auf dem Arbeits-Markt anzubieten. Er ist also der Arbeitnehmer, der Proletarier, der nichts außer seiner eigenen Arbeitskraft besitzt. Als Marx den Begriff vom Proletariat prägte, konnte er noch nichts von der späteren Entstehung der Angestelltenschaft ahnen, die aber ebenso zum Proletariat gehört wie der klassische Industriearbeiter. In diese Gruppe fallen im Grunde genommen auch zahlreiche Kleinselbständige, die faktische Selbstausbeutung betreiben und ebenso von wirtschaftlich Stärkeren abhängig sind. Der Proletarier / Arbeitnehmer erwirtschaftet durch seine Arbeit für den Arbeitgeber einen Mehrwert, welchen selbiger sich aneignet und zur weiteren Vermehrung seines Reichtums investiert. Hieraus ergeben sich soziale Ungerechtigkeiten, die wir an ein paar Zahlen festmachen wollen, Die Österreichische Nationalbank legte kürzlich interessante Zahlen zu Unternehmensbeteiligungen vor. Diese stammen zwar aus dem fernen Jahre 2005 und gelten nur für GmbHs, belegen aber, dass nur 10 Personen Beteiligungen in Höhe von 5 Milliarden Euro besitzen. Damit gehört ihnen 25 Prozent des Wertes aller Firmen, die als GmbH organisiert sind. 64 Prozent aller Unternehmen in Österreich sind GmbHs, doch diese vereinen 90 Prozent des gesamten Eigenkapitals (Banken und andere Finanzinstitute ausgenommen). Insgesamt halten nur 3 Prozent aller Privathaushalte Unternehmensbeteiligungen, wobei sie ein Vermögen von 18,6 Milliarden Euro besitzen. Die obersten 10 Prozent dieser Gruppe kontrollieren dabei mit 17,1 Milliarden Euro 92 Prozent des Gesamtvermögens. Mit sozialer Gerechtigkeit hat das wenig zu tun, und die sozialen Ungerechtigkeiten des Kapitalismus führen zu Klassenspannungen, wie sie sich nicht zuletzt seit dem Ende des Kalten Krieges wieder verschärfen. Der Kapitalismus brauchte keine Rücksicht mehr auf die realsozialistische Systemkonkurrenz zu nehmen und zeigte seine wahre Fratze: Immer rücksichtslosere Ausbeutung der Massen, immer mehr Reichtum für eine schmale Oberschicht und immer mehr sozio-ökonomischer Druck auf die Arbeitnehmerschaft. Der Klassenkampf ist also keine Erfindung des Marxismus, sondern brutale Wirklichkeit, und zwar weltweit. Dieser Klassenantagonismus ist Marx zufolge nur zu überwinden, indem das Proletariat die politische Macht ergreift. Dabei errichtet es eine Diktatur des Proletariats, die jedoch nur eine Übergangslösung auf dem Wege hin zum „Absterben des Staates“, zur egalitären Massendemokratie, zur klassenlosen Gesellschaft und zur Verwaltung des Produktionsprozesses durch die Werktätigen selbst ist. Es muss betont werden, dass der klassische Marxismus keinesfalls einer nebulösen Gesellschaft aus entwurzelten „antiidentitären“ Einzelwesen huldigt. Der Mensch als soziales Wesen ist auf die Zugehörigkeit zu einer „Gruppe“ und einer „Gemeinschaft“ angewiesen, erst durch diese gewinnt er seine individuelle Identität. Das macht auch den Unterschied zum Anarchismus in seinen extremeren Ausprägungen aus. Ohne das Bewusstsein, einer sozialen Gemeinschaft anzugehören, funktioniert nämlich auch eine kommunistische Gesellschaftsordnung nicht. Demnach gehören der Anarchismus oder die anarchoiden Spielarten des Gegenwartskommunismus ideengeschichtlich eher in die naive Frühaufklärung des 18. Jahrhunderts als in die Gegenwart. Ursprünglich propagierte Marx die Übernahme des Staatsapparates, um diesen für die revolutionäre Umgestaltung zu nutzen, so setzte er bald auf die Bildung einer politischen Gegenmacht zum bürgerlich-kapitalistischen Staat, welche diesen überwinden sollte. Rätekommunismus Karl Marx lag nichts ferner als die Stiftung der dogmatischen Ersatzreligion, zu der der Marxismus sich letztendlich entwickeln sollte. Ebenso dürfte die Entwicklung des real existierenden Ostblock-Sozialismus seit Lenin ihn dazu bewogen haben, ausgiebig im Grabe zu rotieren. Verglichen mit den Ursprüngen des marxistischen Denkens, kann man den kommunistischen Mainstream des 20. Jahrhunderts nur als eine ausgesprochene Degenerationsform betrachten. Statt Basisdemokratie etablierte sich eine autoritäre Partei- und Funktionärsherrschaft. Der Staat brachte die Produktionsmittel an sich und ersetzte praktisch die bürgerliche Ausbeuterkaste durch eine bürokratische Funktionärsklasse. Hier ist der Hinweis angebracht, dass „Verstaatlichung“ und „Sozialisierung“ zwei Paar Schuhe sind. Sozialisierung steht für die Überführung der Produktionsmittel in die Hand der Werktätigen, und genau diese fand im Ostblock nicht statt. Die Diktatur des Proletariats entartete zu einer Diktatur über das Proletariat, das vor allem unter Stalin noch rücksichtsloser ausgebeutet wurde als im kapitalistischen Westen. Allerdings gab es schon früh Stimmen, die vor genau dieser Entwicklung warnten. Dieser „Rätekommunismus“ ging von einer basisdemokratischen Gesellschaft aus, bekämpfte die Entstehung einer Funktionärskaste und wollte die Produktionsmittel nicht in die Hände des Staates, sondern in diejenigen der Arbeitnehmerschaft überführen. Die Rätebewegung wurde in der Sowjetunion ebenso wie die rebellischen Gewerkschaften mit brutaler Gewalt verfolgt, und auch innerhalb der kommunistischen Parteien des Auslandes stellte man derartige Tendenzen schon sehr früh kalt. Rätekommunisten wie Otto Rühle oder Heinrich Laufenberg hatten einen starken Einfluss auf das Denken der 68er-Revolte in Deutschland, die in ihren ersten Jahren ja nicht nur dem kapitalistischen Westen, sondern ebenso dem realsozialistischen Osten kritisch gegenüberstand. Auch die seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufstrebenden sozialrevolutionären Bewegungen Lateinamerikas sind stark von rätekommunistischen Einflüssen geprägt. Wir nennen hier als Beispiele nur Venezuela und Bolivien. Hier baut man die Verwaltung hin zu mehr Mitbestimmung der Massen um, überführt die Produktionsmittel in das Eigentum der Werktätigen und bekämpft Bürokratisierungstendenzen. Sagte der nach dem Kollaps des Ostblocks triumphierende Kapitalismus den „Kommunismus“ tot, so wurde er eines Besseren belehrt. Lateinamerika hat das Zeug, zur „Sowjetunion des 21. Jahrhunderts“ zu werden. Die Systemalternative erhebt wieder ihr Haupt, wenn auch in anderer, demokratischerer Gestalt als „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. Kommunismus und Nation Im Gegensatz zur landläufigen Meinung auf der Rechten wie auf der Linken sind Kommunismus und Nation keine unvereinbaren Begriffe. Im marxistischen Sinne ist der Klassenkampf eine internationale, weltweite Angelegenheit. In seiner konkreten Form muss er jedoch auf nationaler Ebene geführt werden. Als Teil des internationalen Proletariats hat die nationale Arbeiterklasse die Aufgabe, den nationalen Kapitalismus zu stürzen, die Führung der Nation zu erkämpfen und sich selbst als Nation zu konstituieren, das heißt die kapitalistische Nation sozial zu erneuern und die werktätigen Klassen und Schichten zur sozialistischen Nation zusammenzuschließen. Das marxistische Denken geht dabei davon aus, dass ein kapitalistischer Nationalstaat keinen Wert hat, da die werktätige Volksmasse, die Arbeiterklasse, sich im bürgerlichen Klassenstaat noch nicht zur wahrhaften Nation erhoben habe. Der national-staatliche Gedanke ist also nur in einem proletarisch-sozialistischen Nationalstaat zu verwirklichen. Wir erinnern hier auch an die antiimperialistischen Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt oder an Korsika, das Baskenland und Nordirland, wo Sozialismus und Nation eine ausgesprochene Synthese eingegangen sind. Ohnehin muss hier auf ein grundlegendes politisches Missverständnis der Gegenwartslinken hingewiesen werden. Diese begeht nämlich den fatalen Fehler, den Inter-Nationalismus, also das Miteinander der Nationen, mit Antinationalismus zu verwechseln. Historisch völlig unsinnig ist es zudem, die Nation von vornherein als reaktionär und bürgerlich abzuqualifizieren. Krieg und Ausbeutung sind letztendlich das Werk von Führungseliten, nicht aber der Volksmassen selbst. Selbst Marx oder Lenin wäre es niemals in den Sinn gekommen, das Vorhandensein unterschiedlicher Völker und Kulturkreise zu leugnen. Marxens Weggefährte Friedrich Engels formulierte: „Zwei naturwüchsig entstandene Tatsachen beherrschen die Urgeschichte aller oder doch fast aller Völker: Gliederung des Volkes nach Verwandtschaft und Gemeineigentum am Boden.“ Letztendlich sollen die sozialistischen Nationen sich marxistischer Lesart gemäß zu einer Weltrepublik zusammenschließen, aber derartige Versuche wurden nicht einmal unter Stalin unternommen und werden wohl auch weiterhin Zukunftsmusik bleiben. Aus der Sicht eines sozialrevolutionären Nationalismus sind solcherlei Absichten ohnehin grundsätzlich abzulehnen. Clara Zetkin, Bürgerlicher und proletarischer Patriotismus (1907): „Der Patriotismus der herrschenden Klassen ist konservativ, ist reaktionär; er hat nur ein Ziel: diesen Klassen das Vaterland als Domäne der Klassenausbeutung und Klassenherrschaft zu erhalten und diese Klassenausbeutung über die Landesgrenze hinaus auf das Proletariat anderer Länder auszudehnen. Der Patriotismus des Proletariats ist dagegen revolutionär. Er geht von der Auffassung aus, dass das Vaterland erst im Kampfe gegen den inneren Feind, die bürgerliche Klassenherrschaft, erobert werden, dass es umgewälzt werden muss, um ein Vaterland für alle zu sein. (...) Wir verkennen absolut nicht die wichtige historische Bedeutung, welche der moderne Nationalstaat auch für die Führung des proletarischen Klassenkampfes hat. Wir wissen ganz gut, dass der moderne Nationalstaat der Boden ist, auf dem das Proletariat seinen Klassenkampf führen muss. (...) Das Proletariat erobert Zoll für Zoll, Schritt für Schritt das Vaterland im proletarischen Klassenkampfe. (...) Nur im Klassenkampfe allein wird ihm das Vaterland zuteil, das auch ihm teuer ist.“ Auch Rudi Dutschke stand in der nationalen Tradition des Marxismus: „Uns Sozialisten und Kommunisten, die aufrecht gehend und nicht ideologisch-ökonomisch gekrümmt an die sozialistische Wiedervereinigung Deutschlands gehen, muss klar werden das der rein internationalistische europäische Sozialismus/Kommunismus eine Abstraktion ist , die konkrete nationale Besonderheiten nicht berücksichtigt. Die Verquickung der Nationen im internationalen, kapitalistischen Produktionsprozess hat nicht die geschichtlich nationale Substanz aufgehoben. Das gilt besonders für unser Land, für die sozialistische Wiedervereinigung.“ Selbst Rosa Luxemburg schrieb in ihrer Junius-Broschüre (welche die meisten Linken gerne zitieren, aber wohl kaum jemals gelesen haben): „Was die Selbstbestimmung des deutschen Volkes bedeutet, was sie will, das haben die Demokraten von 1848, das haben die Vorkämpfer des deutschen Proletariats, Marx, Engels und Lassalle, Bebel und Liebknecht verkündet und verfochten: Es ist die einige großdeutsche Republik. Der internationale Sozialismus erkennt das Recht freier, unabhängiger, gleichberechtigter Nationen, aber nur er kann solche Nationen schaffen, erst er kann das Selbstbestimmungsrecht der Völker verwirklichen. Auch diese Losung des Sozialismus ist, wie alle anderen, nicht eine Heiligsprechung des Bestehenden, sondern ein Wegweiser und Ansporn für die revolutionäre, umgestaltende, aktive Politik des Proletariats. Solange kapitalistische Staaten bestehen, namentlich solange die imperialistische Weltpolitik das innere und äußere Leben der Staaten bestimmt und gestaltet, hat das nationale Selbstbestimmungsrecht mit ihrer Praxis im Krieg wie im Frieden nicht das geringste gemein." Um mit ein paar österreichischen Beispielen zu schließen: Karl Renner, der erste Bundeskanzler nach der Revolution von 1918, schrieb seinerzeit: „Zum Glück ist die Bourgeoisie geschichtlich nicht als einzige Bewahrerin dieser Idee bestellt. (…) Die Entwicklung des nationalen Gedankens im Sozialismus verfolgen wir nunmehr im Gegensatz zu der bürgerlichen Entwicklung. (…) Niemals ist die Arbeiterklasse ‚unnational‘ gewesen und kann es nie sein: Als unterste und breiteste Klasse des Volkes bekennt sie sich bloß zu sich selbst, wenn sie sich zum Volke bekennt.“ Auch Renner war wie Luxemburg bewusst, dass Engels und Bebel auf dem Boden des großdeutschen Gedankens standen. Die KPÖ wurde seinerzeit als „Kommunistische Partei Deutsch-Österreichs“ gegründet; Denker wie Marx und Engels sahen die Österreicher als Deutsche gemäß dem ethnischen Nationsbegriff. In Deutschland prangerte die KPD vehement den Verzicht Hitlers auf Südtirol als Verrat an nationalen Interessen an. Friedrich Adler (ehemaliger Sekretär der Sozialistischen Internationale) schrieb nach dem Zweiten Weltkrieg: „Wenn die ebenso reaktionäre wie widerliche Utopie einer österreichischen Nation Wahrheit würde und ich gezwungen wäre, zwischen ihr und der deutschen Nation zu wählen, würde ich mich für jene entscheiden, in der Goethes Faust, Freiligraths revolutionäre Gedichte und die Schriften von Marx, Engels und Lassalle nicht zur ausländischen Literatur gehören." Sozialismus und revolutionärer Nationalismus Wie wir gesehen haben, gibt es durchaus bedenkenswerte Aspekte. Der Marxismus ist nicht per se eine antinationale Ideologie, umgekehrt verkörpert der Nationalismus nicht automatisch eine Reservetruppe zur Bewahrung der bürgerlich-kapitalistischen Ordnung. Er darf es auch nicht, denn dieser verdanken wir Massenarmut, Ausbeutung, Umwelt- und Kulturzerstörung und gesellschaftlichen Verfall. Zu deren Überwindung wiederum können die marxistischen Denker wichtige Impulse liefern. Wie der uns allen nur zu gut bekannte unsägliche Antifaschismus, um dessen Willen so mancher Linke mit dem bürgerlich-kapitalistischen System kollaboriert, nutzt auch ein unreflektierter Antibolschewismus nur dem für den armseligen Zustand Deutschlands und Österreichs verantwortlichen Kapitalismus. Der Nationalstaat ist die Antithese zur kapitalistischen Globalisierung, wie auch so manchem Linken zu dämmern scheint. Mit einem reformierten Nationalkapitalismus, wie ihn der Großteil der authentischen Rechten bis hin zur NS-Kameradschaftsszene vertritt, sind die durch das kapitalistische Modell hervorgerufenen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen, politischen und ökologischen Probleme nicht zu beseitigen, sondern nur durch eine alternative Ordnung: den Sozialismus. Ansonsten wird der Kapitalismus zum Totengräber der gesamten Menschheit. Der Kommunismus besitzt also eine nationale Komponente, was anhand einiger Beispiele aus Deutschland gezeigt werden soll. Die Rätekommunisten Laufenberg und Wolffheim traten um 1920 herum für eine Aktionseinheit mit Nationalisten ein, um Seite an Seite mit der Sowjetunion den revolutionären Volkskrieg gegen das Versailler Diktat zu führen. Nur wenige Jahre später rief der führende Kominternfunktionär Karl Radek anlässlich der Hinrichtung Albert Leo Schlageters durch die Franzosen Deutschlands revolutionäre Nationalisten auf, gemeinsam mit der KPD gegen die volksverräterische deutsche Bourgeoisie und den Westen zu kämpfen. Im August 1930 veröffentlichte die KPD ihr berühmtes „Befreiungsprogramm“ und erklärte die soziale und nationale Befreiung Deutschlands zu ihrer Sache. Im Jahre 1932 streikten Nationalsozialisten und Kommunisten Seite an Seite gegen den sozialreaktionären Kurs der Regierung Papen, nicht zuletzt beim legendären Berliner Verkehrsstreik. Und nach dem Zweiten Weltkrieg war die nicht zuletzt wegen ihres Eintretens für die deutsche Wiedervereinigung und für die Neutralität verbotene KPD im Spalterstaat BRD die einzig nationale Kraft von Belang jenseits rechtsradikaler Splitterparteien. Warum also nicht (nach den Worten Karl Radeks) „ein Stück Weges zusammen gehen“? Oder sich wenigstens aus dem kapitalismuskritischen Waffenarsenal des Marxismus bedienen? Hierbei ist natürlich die Maxime der deutschen „Nationalbolschewisten“ wie Karl O. Paetel und Ernst Niekisch zu beachten, sich nicht vereinnahmen zu lassen, sondern das eigenständige Profil eines sozialrevolutionären Nationalismus zu wahren. „Hiermit hängt es, unter Überspringung einiger Schlussfolgerungen, zusammen, dass alle revolutionären Kräfte innerhalb eines Staates trotz der größten Gegensätze Verbündete sind. Welche von ihnen auch siegen möge – ihr Sieg schafft ein Medium, in dem die Tat, wenn auch in gefährlichster Luft, zu atmen vermag. Die Ordnung ist der gemeinsame Feind, und es gilt zunächst, den luftleeren Raum des Gesetzes überhaupt zu durchbrechen, damit Aktion auf Aktion sich zu entfalten und aus den chaotischen Reserven sich zu speisen vermag. Daher kommt mir eine Feindschaft, wie sie heute etwa zwischen den Nationalsozialisten und den Kommunisten gepflegt wird, schon aus taktischen Gründen unverständlich vor. Sie ist ein Beweis, dass in diesen beiden Bewegungen noch viel mehr bürgerliche, am System interessierte Elemente sich verbergen, als sie selbst wahrhaben möchten. Und so ist es, denn die eine zielt in ihrer Form auf einen national-bürgerlichen Staat im Sinne der westlichen Zivilisation, die andere auf eine äußerste und langweilige Form der kleinbürgerlichen rationalistischen Ordnung im Schrebergartenstil, auf eine Art Erklärung der Brotkarte in Permanenz. Die einzige Fragestellung, die heute am Kommunismus wirklich von Interesse ist, ist die, ob es auch in Deutschland gelingen wird, den Begriff des Proletariers aus einem rein wirtschaftlichen in einen heroischen zu verwandeln." (Ernst Jünger) Kontakt: www.nwsn.info Quelle: http://nvp.at/landtagswahl/?p=4077 , Zweitveröffentlichung mit Genehmigung des Verfassers |
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